Professor Vilho Väisälä (1889-1969) war der Gründer und langjährige Geschäftsführer von Vaisala. Vaisala war sein Lebenswerk. Er war ein begabter Erfinder meteorologischer Geräte und ein auf seinem Fachgebiet geschätzter Wissenschaftler. Vilho Väisälä, der unter den Mitarbeitern von Vaisala auch der „Prof“ genannt wurde, legte die Grundrichtlinien für den Geschäftsbetrieb von Vaisala fest. Diese Grundprinzipien – Kreativität, Respekt für Qualität, Arbeitseifer, Stolz auf berufliche Fähigkeiten und Glaube an die eigene Leistung – werden bei Vaisala noch heute geachtet.
Akademischer und beruflicher Hintergrund
Väisälä studierte Mathematik und promovierte auch in diesem Fach. 1912 erwarb er an der Universität von Helsinki seinen Master of Science mit Hauptfach Mathematik. Nachdem er 1918 an der Universität Helsinki den akademischen Grad eines Lizentiaten erreicht hatte, graduierte er 1919 zum PhD. Seine Doktorarbeit schrieb Väisälä in Mathematik. Gegenstand dieser Arbeit war die Eindeutigkeit der Umkehrfunktion eines elliptischen Integrals erster Gattung.
Im Jahr 1912 nahm Vilho Väisälä seine Tätigkeit am zentralen finnischen Institut für Meteorologie auf, die er 36 Jahre lang ausübte. Dort arbeitete er von 1912-1919 zunächst als Assistent und Magnetiker. Dabei führte Väisälä in vielen Teilen Finnlands Magnetfeldmessungen durch. 1916 wurde ihm die Leitung der Sondierstation Ilmala übertragen; 1919 wurde er zum Direktor der aerologischen Abteilung ernannt. Väisälä hat eine ganze Reihe von Verbesserungen an der zur Erforschung der Atmosphäre genutzten Sondiermethodik vorgenommen. Darüber hinaus konstruierte er eine Reihe weiterer Geräte, darunter ein Statoskop und einen Anemographen. Professor Väisälä, der ein Leben lang am Gerätebau interessiert blieb, brachte über hundert wissenschaftliche Veröffentlichungen und insgesamt zehn patentierte Erfindungen heraus.
Gewissenhafte Entwicklung und Erprobung der Radiosonde
Anfang 1931 begann Prof. Väisälä mit der Planung und Konstruktion einer finnischen Radiosonde. Väisäläs Grundidee bestand darin, für die Sensoren der Radiosonde das Prinzip der variablen Kapazität anzuwenden. Der historische Erstflug der von Väisälä entwickelten Radiosonde fand am 30. Dezember 1931 statt. 1935 wurde die neue Radiosonde der internationalen meteorologischen Fachwelt vorgestellt, und 1936 bereits galt sie als für den meteorologischen Routineeinsatz geeignet. Die Radiosonde war einfach, zuverlässig und moderat im Preis. Sie galt aus der Perspektive der Produktion und Nutzbarkeit als exzellent konstruiert. Selbstverständlich erweckte die Vaisala Radiosonde große Aufmerksamkeit. Schon bald wurde die finnische Radiosonde in allen skandinavischen Ländern eingesetzt. Die Produktion wurde in eine von Prof. Väisälä gegründete Fabrik verlagert. Am 30. Juli 1936 wurde die allererste Radiosonde an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA ausgeliefert.
Aerologische Entwicklungsarbeit
Vilho Väisälä kannte die Theorie und Probleme der Aerologie genau und hatte Erfahrung im Bau hochwertiger wissenschaftlicher Messgeräte. Sein Name ist untrennbar mit der Entwicklung aerologischer Instrumententechniken verbunden, und zwar nicht nur in Finnland, sondern auch im internationalen Maßstab. Neben seinen Aufgaben als Wissenschaftler in einem Forschungsinstitut sowie als Universitätsprofessor hat Professor Väisälä in diesem Bereich einen umfassenden und nachhaltigen Beitrag zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit geleistet.
Entscheidend für die erfolgreiche Entwicklung seines Radiosondensystems waren wohl Väisäläs Wissbegier und seine Fähigkeit, für Probleme neue Lösungen zu finden. Am bedeutendsten ist seine Arbeit als Entwickler und Erfinder meteorologischer Geräte und Techniken einzuschätzen. Bis zu seinem Tod stand er als Geschäftsführer an der Spitze von Vaisala.