
Ein verantwortungsvolles Geschäft verantwortungsbewusst betreiben. Dieses allgemeine Prinzip bestimmt alle Abläufe bei Vaisala. Doch was genau ist ein „verantwortungsbewusstes Geschäft“? Was umfasst es?
Wie Vaisala diese Frage beantwortet, können Sie in dem vorliegenden Bericht nachlesen. Um es kurz zusammenzufassen: ein verantwortungsbewusstes Unternehmen verhält sich im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit integer und fair und tritt in einer Art und Weise auf, die auf nachhaltigen und transparenten Abläufen basieren. Das klingt einfach? Es kann einfach gemacht werden. Für uns gehört es zu den Grundprioritäten unseres Unternehmens, ein verantwortungsbewusstes Geschäft verantwortungsbewusst zu betreiben. Unser Corporate-Responsibility-Programm wird von demselben Schwerpunkt mit derselben Konsequenz wie alle unsere Abläufe bestimmt.
Im vergangenen Sommer besuchte ich den United Nations Global Compact Leaders Summit. An diesem historischen Ereignis nahmen mehr als 1.000 Führungspersönlichkeiten von Privatunternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors aus aller Welt teil. Sie kamen zusammen, um bei der Suche nach Möglichkeiten zum Aufbau eines neuen Zeitalters der Nachhaltigkeit zusammenzuarbeiten. Der Gipfel belegte deutlich, dass verantwortungsbewusstes Wirtschaften zunehmend zur Normalität wird. Unternehmen aller Branchen erkennen die Vorteile nachhaltiger Abläufe und Produkte, der Wertschätzung der Menschenrechte und fairer Arbeitsbedingungen, der Verhütung von Korruption sowie des Aufbaus verantwortungsbewusster Lieferketten. Ausreichend intellektuelle Bereitschaft und Buy-in sind unter uns Unternehmensleitern definitiv vorhanden. Es ist jedoch auch klar, dass es intensiver Basisarbeit bedarf, ehe die von uns auf dem Gipfel diskutierte neue Ära der Nachhaltigkeit beginnt.
Vaisala hat im Jahr 2008 die Global Compact Principles unterschrieben, und wir unterstützen die Initiative auch weiterhin. In einer Welt, in der es immer noch eine Ausnahme ist, im Interesse positiver Auswirkungen auf die Umwelt eine Rechtsnorm zu übertreffen, wird ein Forum zur Förderung der ethischen und ökologischen Führerschaft dringend benötigt.
2010 – ein Jahr der Herausforderungen
Das letzte Jahr brachte für Vaisala etliche Herausforderungen. Unter dem Einfluss der globalen Wirtschaftskrise hatten wir mit mangelnder Profitabilität und Mangel an Bauteilen zu kämpfen und waren gezwungen, unsere internen Abläufe und unsere Kostenstruktur genau zu prüfen. Das Ergebnis dieser Arbeit war ein Effizienzprogramm zur Verbesserung der Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit, während es gleichzeitig galt, eine hohe, konsistente Produktqualität aufrecht zu erhalten.
Wir haben die gesamte Kostenbasis überprüft, einschließlich der Personalkosten, der Kosten für freie Mitarbeiter und Berater sowie die Beschaffungs- und Reisekosten. Nach Verhandlungen mit den Mitarbeitervertretern haben wir unser Personal in Finnland, den USA und im Vereinigten Königreich abgebaut. Gegen Ende des Jahres zeigte das Effizienzprogramm erste Ergebnisse, denn unsere Profitabilität hat sich deutlich verbessert. Die Tatsache, dass wir auf das Mittel des Personalabbaus zurückgreifen mussten, ändert nichts daran, dass wir unsere Mitarbeiter sehr schätzen und zweifellos wissen, dass ihr Wissen und ihre Erfahrungen die Voraussetzungen für den Erfolg von Vaisala sind.
Entwicklungen auf dem Gebiet der ökologischen Nachhaltigkeit
Vaisala bemüht sich nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt um eine Verbesserung des ökologischen Leistungsniveaus. Auch im vergangenen Jahr haben wir viele Schritte auf dem Weg zum Erreichen unserer langfristigen Ziele unternommen. Beispielsweise wurde unserer Unternehmenszentrale in Vantaa, Finnland, vom WWF der Titel „Green Office“ zuerkannt, nachdem das Unternehmen erfolgreich ein spezielles Green Office-Umweltsystem eingeführt hat.
Unsere nordamerikanische Unternehmenszentrale in Boulder, Colorado, installierte 560 Quadratmeter Solarzellen, die in den ersten sechs Monaten mehr als 87.000 kWh elektrischen Strom produzierten. Gleichzeitig wurden Konferenzräume und Büros mit Bewegungsmeldern ausgestattet, sodass das Licht automatisch abgeschaltet wird, wenn Personen den Raum verlassen.
Umweltaspekte waren auch die entscheidende Triebkraft bei der Erarbeitung des Entwurfs unseres neuen Bürogebäudes in Vantaa, Finnland, dessen Konstruktion Ende des Jahres abgeschlossen wurde. Ziel war es, das neue Gebäude möglichst ökologisch und energieeffizient zu gestalten. Deshalb wird nun Erdwärme zum Heizen und Kühlen sowie selbst gewonnene Solarenergie genutzt. Dank der Nutzung moderner Automatisierungstechnik konnte der Wasserverbrauch minimiert werden.
Mit mehr als 700 Quadratmetern Photovoltaikzellen auf dem Dach des neuen Gebäudes gehört Vaisala nun zu den größten Solarstromproduzenten Finnlands. Seit der anfänglichen Planungsphase wurde darauf geachtet, dass das Gebäude den Anforderungen des internationaler ökologischen Gebäudestandards „ Leadership in Energy and Environmental Design“ (LEED) entspricht. Dieser Standard ermöglicht eine Einschätzung der ökologischen Effizienz eines Gebäudes, beispielsweise auf dem Gebiet der Energieeffizienz, der Wahl der Baumaterialien und des Energieverbrauchs.
Investoren sind sich zunehmend der Bedeutung der ESG und der Einhaltung ethischer Kriterien bewusst
In Bezug auf die Umwelt-, Sozial- und Corperate-Governance (ESG) zeigen Investoren in letzter Zeit ein zunehmendes Interesse. Initiativen wie die Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investment, der Globale Pakt der Vereinten Nationen und das Carbon Disclosure Project sowie eine Vielzahl von Nachhaltigkeitsindizes schärfen das Bewusstsein für verantwortungsbewusste Geschäftspraktiken und fördern einen Wechsel der Perspektiven von der Orientierung auf kurzfristige Gewinne hin zur Orientierung auf langfristiges Wachstum.
Im vergangenen Jahr haben wir uns Tausenden von Unternehmen aus aller Welt angeschlossen, indem wir im Rahmen des Carbon Disclosure Project (CDP) erstmals die Menge der Treibhausgasemissionen von Vaisala gemessen und offengelegt haben. Einschließlich der Energie- und Wärmeversorgung an unseren größten Anlagen, aller dienstlichen Flüge sowie der unternehmenseigenen und geleasten Fahrzeuge lag unsere CO2-Bilanz im Jahr 2009 bei ca. 10.000 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten.
Das mag für ein Unternehmen mit 1.400 Mitarbeitern nicht so viel sein, dennoch werden wir uns gerne bemühen, diese Zahl noch weiter zu senken. Dank der Entwicklungen im Vorjahr werden wir 2010 und 2011 wahrscheinlich zu erheblichen Verringerungen in der Lage sein. Noch wichtiger ist, dass wir für uns Möglichkeiten erkennen, in einem geschäftlichen Umfeld zu glänzen, das neue Lösungen für die Reduzierung von Emissionen erfordert. Viele unserer Lösungen ermöglichen unseren Kunden Verbesserungen bei der Effizienz ihrer Abläufe, was häufig zu einer Verminderung der Emissionen im Prozess führt.
Innovationen auf wissenschaftlicher Grundlage garantieren Kontinuität
Vaisala arbeitet seit seiner Gründung aktiv in der Wissenschaftsgemeinschaft mit und unterstützt insbesondere die wissenschaftliche Forschung. Wir können auf eine lange Geschichte der Unterstützung von Universitäten, Stipendienprogrammen, Forschungspartnerschaften und Preisen zurückblicken. Im vergangenen Jahr haben wir wieder an vielen erfolgreichen Forschungsprojekten teilgenommen, die neue Forschungen und Innovationen ermöglichten. Auf einige davon wird in diesem Bericht eingegangen. Innovationen sind für uns der beste Garant dafür, dass wir nicht auf dem Erreichten verharren und neue Lösungen entwickeln, von denen unsere Kunden profitieren.
Ich hoffe, dieser Bericht möge illustrieren, dass das, was wir in Bezug auf die unternehmerische Verantwortung unternehmen, nicht nur leere Versprechen oder Aktionen sind, die allein der Wahrung des schönen Scheins dienen. Global agierende Unternehmen müssen ihre theoretischen Bekenntnisse in die Tat umsetzen. Langfristige Nachhaltigkeit sollte auf der Agenda aller Unternehmen weltweit ganz oben stehen.

Kjell Forsén
President und CEO
Vaisala Oyj